2017

Andreas Böttger Nancy Jesse - Fotoscout: Berlin fotografieren

Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout: Berlin fotografieren - Architekturschätze und geheime Orte

Die schönsten Fototouren durch die Hauptstadt

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout Berlin fotografieren: Architekturschätze

 

 

Inhalt:

 

Die Fotoscout - Buchreihe

 

Das Buch Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout Berlin fotografieren* ist in der „Fotoscout“-Reihe vom dpunkt-Verlag erschienen, der ein besonderes Konzept zugrunde liegt.

Es handelt dabei sich um einen Reiseführer zu einem speziellen Reiseziel, das durch den Autor für die spezielle Zielgruppe der (Hobby-) Fotografen „ge-scoutet“ wird. Unter Fotografen versteht man darunter die professionelle Vorbereitung eines anstehenden Fototermins durch einen vorherigen vorbereitenden Besuch der künftigen Foto-Location unter dem Aspekt: was ist zu beachten und tun, damit beim eigentlichen Aufnahmetermin das bestmögliche Foto entstehen kann.

Dazu wird untersucht: wie und zu welchem Zeitpunkt man am einfachsten an das Ziel kommt, welche Informationen benötige werden, was am Tag der Aufnahme mitzubringen ist, speziell welches Foto-Equipment benötigt der Fotograf, wie und wann ist das Motiv am attraktivsten in Szene zu setzen, …

 

Das Buch

 

Klar sollte sein, dass Berlin als große Metropole nicht in diesem Buch komplett beschrieben werden kann. Die Autoren haben daher schon eine Auswahl schöner Fotomotive treffen müssen.

Und es könnte für den künftigen Leser nützlich zu wissen sein, dass wohl aus diesem Grund von diesen Autoren im gleichen Verlag ein ähnlich klingender Titel (Link: Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout: Berlin fotografieren - Szeneviertel, Kieze und Berliner Leben)veröffentlicht wurde, wobei nur der Untertitel sich unterscheidet. Der andere Band widmet sich anderen Ziele der Hauptstadt zum Thema „Szeneviertel, Kieze und Berliner Leben“, während dieser Band sich auf „Architekturschätze und geheime Orte“ als Fotoobjekt konzentriert.

Ich persönlich hätte mir diese Information zur besseren Unterscheidung noch präsenter im Titel gewünscht (z.B. Berlin I, Berlin II, etc.), zumal die Stadt Berlin Potenzial für weitere künftige Bände bietet.

 

Aber zurück zu diesem ersten Band:

Die beiden Autoren haben sieben (Tages-) Fototouren durch die Stadt Berlin unter dem Oberthema der Architektur zusammengestellt.

Im Einleitungstext erfährt man jeweils, welche weiteren Fotografie-Genres verstärkt aufgenommen werden können, da jedes der Stadtviertel seinen eigenen Reiz und Schwerpunkt hat. Daneben wird die zu laufende oder zu fahrende Distanz durch die Stadt und die dafür benötigte Zeit genannt. Zu berücksichtigen ist natürlich, dass jeder Stadtbesucher eine ganz individuelle Geschwindigkeit beim Laufen und beim Fotografieren hat; mehr als eine Tour wird man einem Tag kaum schaffen.

 

Wertvoll für einen Touristen sind weitere Informationen zur Anreise, dem richtigen Besuchszeitpunkt, auch was die Lichtverhältnisse und speziell die zu erwartenden Touristenströme angeht. Und man erfährt, was diese beiden Fotografen speziell für diese Motive an Equipment in ihre Fototasche einpacken würden.

Zur besseren Orientierung und zur Übersicht ist jeweils eine Karte mit dem eingezeichneten Startpunkt, dem Tourverlauf, den einzelnen Zwischenzielen und dem Endpunkt abgedruckt. Die einzelnen im Text durchnummerierten Fotopunkte findet man ganz einfach durch das Einscannen der anbei abgedruckten QR-Codes und erhält so bei Bedarf weitere Informationen im Internet. Flankiert wird der Text durch die mehr oder weniger groß abgedruckten Fotos der Autoren. Diese können für den Leser eine Anregung oder gar eine Anleitung für eigene Fotos darstellen, sie sind aber auch schon für die generelle Entscheidung des Lesers dienlich, ob ihn diese einzelne Tour überhaupt anspricht.

 

 

Jeder wird unter fotografischen Aspekten für sich Interessantes finden können:

 

Die einzelnen Touren sind nicht monoton, man entdeckt z.B. auf Tour Nr. 1 die grandiose Klassik der Eingangshalle des Landgerichts Berlin mit rund 1000 qm Fläche und einer Zwillingswendeltreppe (Seite 30), den sozialistischen Klassizismus der „Arbeiterpaläste im Zuckerbäckerstil“ (Seite 38) und den ganz einfachen konservierten DDR-Charme im original erhalten gebliebenen Stasi-Museum (Seite 44). Andere Touren führen durch Arbeiterviertel mit Plattenbauten oder ins zu Schloss Charlottenburg ins Grüne.

Besonders interessant fand ich persönlich die Tour Nr. 3, diese beschäftigt sich vom Titel her wenig abwechslungsreich mit dem ausschließlichen Thema: „Unterwegs im Berliner Untergrund“.
Man stellt aber schnell fest, dass damit das Berliner U-Bahnnetz und seine Bahnhöfe gemeint sind, welche beim Bau gänzlich unterschiedlich gestaltet wurde. So lohnt es sich, an möglichst vielen dieser Haltestellen auszusteigen, um den ganzen Kontrast von der 100 Jahre alten Klassik am Heidelberger Platz, dem exzentrischen bunten Pop-Art am Fehrbelliner Platz, über den Arbeitercharm am Siemensdamm bis hin zu der grün-gold-schwarzen Verspieltheit des Bahnhofs Rathaus Spandau kennenzulernen.

Andere „geheime Orte“ sind aus internationalen Spielfilmen bekannt, so wird man die Passage unter der Kreuzung des Internationalen Congress Centrums (ICC) wiedererkennen. Die fast willkürlich angeordneten orangen Säulen mit den an der Decke strahlenden großen kreisrunden Deckenleuchten sind genauso unverkennbar, wie die bizarre Kulisse der ehemaligen Beelitzer Heilstätten. Dort kommt der Fotoscout-Tourist als Lost Places bzw. Urbex - Interessent genauso auf seine Kosten, wie auf dem Teufelsberg mit der ehemaligen Abhörstation.

 


Im direkten Vergleich zu den anderen Bänden dieser Serie erkenne ich folgende Unterschiede:

In dieser Serie finden sich zum einen die eher fernen und exotischen Reiseziele wie Island, zum anderen auch weitere Städteführer wie der von München. Im direkten Vergleich ist der München-Führer etwas weniger touristisch ausgelegt, was mir besser gefällt. Dort finden sich weniger touristische Informationen zur Stadt und Menschen selbst, dafür detailliertere Informationen zu den einzelnen Fotospots mit teilweise mehreren unterschiedlichen Ansichten, Perspektiven oder Lichtsituationen zum direkten Vergleich eines einzelnen Fotomotivs.

Das fände ich persönlich auch bei diesem Band zielführender, da ich bei Bedarf problemlos noch andere (touristische) Stadtführer parallel kaufen kann, aber keinen vergleichbaren Fotoführer finde.

 

Weitere kleine Kritikpunkte:

Die fotografischen Highlights sind mit mehreren Bildern parallel im Band abgebildet. Es sind aber auch viele kleinere Fotos zu finden, auf denen dadurch das Motiv oder die Bildstimmung nur schwer zu erkennen ist. Gerade die Doppelseiten mit 24 Bildern zur Kapiteleinleitung finde ich entbehrlich. Zwar sind sie spannend zur ersten Anregung, aber zur Beurteilung der einzelnen Fotolocations viel zu klein. Zudem tauchen diese Bilder im Folgenden dann entweder gar nicht oder nur noch aus einer ganz anderen Perspektive auf.

So finde ich auf Seite 196 ein kleines Foto, ein Gebäudeerker bzw. dessen ausgestellte Fenster aus einer Untersicht fotografiert, das mich auf den ersten Blick entfernt an das Gehry-Gebäude in Düsseldorf erinnert. Wo sich dieser Spot in Berlin befindet, ist unter dem Foto nicht zu lesen, ich muss durch das Kapitel blättern und finde auf Seite 207 das Gebäude aus einer anderen, der normalen Perspektive fotografiert. Ich hätte mir nach dem Motto „Weniger ist Mehr“ gewünscht, dass die besprochenen Fotospots detaillierter besprochen und abgebildet werden, zumal einige Spots zwar nummeriert, aber gänzlich ohne Bild aufgeführt wurden (z.B. auf Seite 217).

 

Der Autor Andreas Böttger betreibt die Firma go2Know, die seit 2015 in Berlin spezielle Fototouren anbietet, speziell zu Orten im Berliner Umfeld, die alleine ohne diese Führung nicht zu besuchen sind. Diese Geschäftsidee finde ich sehr gut, speziell unter dem Aspekt, dass auf diese Weise Lost Places wie die Berliner Heilstätten auf der einen Seite vor Vandalen geschützt und dadurch erhalten werden können. Der interessierte Fotograf erhält gleichzeitig Zugang ohne Zeitdruck und kann physisch sicher fotografieren. Weniger schön finde ich aber, dass in diesem Fotoscout-Band einige für die Öffentlichkeit gesperrte Ziele zu finden sind. Werbung für diese Agentur des Autors finde ich völlig in Ordnung, auch die Nennung reizvoller Ziele.

Ich hätte aber erwartet, dass die im Buch abgedruckten und besprochenen Touren sich ausschließlich auf frei zugängliche Ziele beschränken.

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout Berlin fotografieren: Architekturschätze - Vorderseite

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Fotobuch-Regal.de - Rezension: Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout Berlin fotografieren: Architekturschätze - Rückseite

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Fazit:

 

Berlin als Stadt ist riesig und abwechslungsreich. Als Tourist mit einem besonderen fotografischen Interesse bin ich dankbar für vorbereitete Touren und weiß daher besonders diese Fotoscout-Serie als Reiseführer zu schätzen.

 

Mit Hilfe dieses Buchs spare ich viel Zeit bei der Vorbereitung meiner Reise, bekomme fertige Foto-Konzepte mundgerecht serviert, aus denen ich mir nur noch das für mich Interessanteste heraussuchen muss. Im Unterschied zu einem normalen Reiseführer erhalte ich hier zusätzliche Informationen, die speziell für mich als Fotograf, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener, wichtig zu wissen sind.

Durch die Größe und Dicke dieser Bände sind die Fotoscout - Bände auch noch gut mit auf die Foto-Tour zu nehmen. Gerade dafür finde ich die einfachere Ausführung als Taschenbuch und den eher niedrigen Preis für die 280 Seiten gerechtfertigt.

 

Das Konzept dieser Bände finde ich insgesamt toll, ich würde mir nur speziell bei dieser Ausgabe hier wünschen:

Noch mehr Details und gegebenenfalls einen dritten Band.

 

 

Buchdaten:

 

Format: Taschenbuch
   
ca. Maße cm (BxLxT): 14 x 21 x 1,5
Seitenanzahl: 280
ca. Gewicht: 575 g.
   
Autor(en): Andreas Böttger & Nancy Jesse
Verlag: dpunkt
Auflage: 1
Erschienen am: 18.09.2017
   
ISBN: 9783864904639
Preis in (D): 22,90 €

 

Links:

 

Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout Berlin fotografieren* 

*

 

Link: Andreas Böttger - Homepage

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Andreas Böttger Nancy Jesse - Fotoscout: Berlin fotografieren II

Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout: Berlin fotografieren - Szeneviertel, Kieze und Berliner Leben

Die schönsten Fototouren durch die Hauptstadt

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout Berlin fotografieren: Szeneviertel

 

 

Inhalt:

 

Die Fotoscout - Reihe:

 

Die „Fotoscout“-Serie aus dem dpunkt.Verlag folgt dem Konzept des Location-Scoutings für professionelle Fotografen:

Vor der eigentlichen Aufnahme wird das spätere Fotoziel ge-scoutet, auf seine fotografischen und organisatorischen Anforderungen hin untersucht. Nach diesem vorherigen Scouting sollen dann am Tag der Bildaufnahme keine Überraschungen oder Unbekannten mehr auftauchen.

Der Weg und Zugang zum Motiv, die beste Aufnahmezeit, das benötige Equipment usw. sind durch die vorherige Begehung bekannt und dokumentiert.

 

Ich habe die meisten dieser Fotoscout-Bände gelesen, für eigene Reisen verwandt und bin ein großer Fan dieser Serie.

Echtes Location-Scouting mit genauen fotografischen Hinweisen ist in den Ausgaben für die exotischen Ziele wie Island oder den Lofoten zu finden. Auch der München-Band geht noch sehr detailliert auf einzelne Foto-Locations ein.

 

Das Buch:

 

Dieses neue Buch des Autorenteams Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout Berlin fotografieren: Szeneviertel* bietet als zweiter Band für Berlin sieben weitere Tourenvorschläge zu neuen Motiven in der Stadt, diesmal unter dem Motto:

Szeneviertel, Kieze und Berliner Leben.

Wer sich für den ersten Band interessiert, findet ihn hier: Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout: Berlin fotografieren - Architekturschätze

 

Am Anfang jeder Tour finden sich wie im vorherigen Band zuvor die hilfreichen Angaben, in welcher Zeit und über welche Distanz die Touren gehen und welche Foto-Genres dabei anzutreffen sind. Übersichtskarten und QR-Codes zu einzelnen Punkten erleichtern das Auffinden der genannten Orte.

 

Positiv finde ich beim Nachvollziehen der Touren, dass die einzelnen Stadtteile oder Kieze sehr liebevoll und detailliert hinsichtlich der Bewohner und der Stimmung im Stadtteil beschrieben sind.

Ich bekomme ein gutes Gefühl dafür, welche Art von Mensch in einzelnen Vierteln lebt. Auch die zwischen den einzelnen Touren eingeschobenen Interviews mit anderen Fotografen, Bloggern und Influencern verdichten dieses Stimmungsbild.

 

Als negativ empfinde ich jedoch, dass genaue abgedruckte Informationen zu einzelnen (abgebildeten) Motiven nur noch vereinzelt oder gar nicht mehr vorhanden sind.

So sind unter vielen Fotos keinerlei detaillierte Straßen- oder Standortangaben mehr zu finden. Man müsste auf der Tour oder auf einzelnen riesigen Industriegeländen nach diesen suchen. Ebenso fehlen die fotografischen Details zu den Einzelspots. Damit meine ich natürlich nicht eine Angabe von fotografischer Blende-Zeit-Kombination, die sich vor Ort sekündlich ändern kann. Ich hätte aber schon gerne vorab gewusst, zu welcher Tageszeit das Licht wie auf dem Foto abgelichtet steht. Wenn ich mir diese Information erst separat z.B. aus einer App besorgen muss, könnte ich gleich einen beliebigen Szeneführer für die Stadt Berlin kaufen. Leider finde ich hier vorab nicht einmal die genaue Lage, um diese Details vor meiner eigenen Tour prüfen zu können.


Zugutehalten muss ich den Autoren, dass sich möglicherweise eine genaue Dokumentation von moderner Street-Art wie Graffitis nicht lohnt, da diese sich in kurzen Intervallen verändern oder einfach übermalt werden.

Nichtsdestotrotz hätte ich im Buch gerne eine genauere Dokumentation der Fundorte gefunden, die alle Touren Kilometer lang sind und man auf verschiedenen Einzelspots stundenlang nach dem Motiv oder Haus suchen könnte, ohne es zu finden. Diese Schwäche fängt schon auf den Doppelseiten mit jeweils 24 Minibildern zur Kapiteleinleitung an. Man erhält zwar einen guten ersten Eindruck zur Übersicht, interessiert man sich für ein spezielles einzelnes Motiv, findet man keinerlei genaue Ortsangaben. Teilweise tauchen diese Fotos im Tourenverlauf nicht erneut auf und man muss hoffen, beim Nachgehen der Tour auf den Spot „durch Zufall“ zu treffen.

 

Genau diesen Umstand will man eigentlich mit einem Location-Scouting vermeiden: langwierige Sucherei oder Überraschungen.

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout Berlin fotografieren: Szeneviertel - Vorderseite

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Fotobuch-Regal.de - Rezension: Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout Berlin fotografieren: Szeneviertel - Rückseite

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Fazit:

 
Der erste Berlin-Band dieses Autorenteams entfernte sich von vorherigen Fotoscout - Konzept des Verlags schon leicht durch einen stärkeren touristischen Charakter. Dieser zweite Folgeband ist in meinen Augen fast nur noch ein „normaler“ informativer Reiseführer für Entdecker unbekannter Städte und Viertel.

 

Das Buch ist als „Szeneführer“ für Fotografen sehr liebevoll und lohnenswert geschrieben.

Wer als zukünftiger Tourist mit fotografischen Interessen eine allgemeine Inspiration sucht, wird hier sehr gut fündig. Wie bei Instagram findet man tolle Fotos, die Lust auf einen Besuch im jeweiligen Kiez machen. Das Buch bietet darüber hinaus schriftliche Hintergrundinformationen.

 

Als „Fotoscout“ funktioniert dies für mich hier aber nicht mehr, der München-Band gefällt mir von der Machart her gesehen im Vergleich deutlich besser.

Wer in diesem Buch einen für sich spannenden Foto-Spot findet, hat noch weiteren Rechercheaufwand vor sich.

 

 

Buchdaten:

 

Format: Taschenbuch
   
ca. Maße cm (BxLxT): 14 x 21 x 1,5
Seitenanzahl: 292
ca. Gewicht: 610 g.
   
Autor(en): Andreas Böttger & Nancy Jesse
Verlag: dpunkt
Auflage: 1
Erschienen am: 11.12.2017
   
ISBN: 9783864905148
Preis in (D): 22,90 €

 

Links:

 

Andreas Böttger & Nancy Jesse - Fotoscout Berlin fotografieren: Szeneviertel*  

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Andreas Kieling & Kilian Schönberger - Sehnsucht Wald

Andreas Kieling & Kilian Schönberger - Sehnsucht Wald

Geheimnisvolle Lebensräume in Deutschland

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Andreas Kieling & Kilian Schönberger - Sehnsucht Wald

 

 

 Inhalt:

 

Die Autoren:

 

Das Buch hat mich neugierig gemacht, da Andreas Kieling mir schon durch häufige Presse- und Fernsehtermine mit Naturthemen bekannt war und ich Kilian Schönberger als einen der besten jungen Landschaftsfotografen in Erinnerung hatte.

Kilian Schönberger ist Diplom-Geograf, er arbeitet aber seit 2013 als freier Architektur- und Landschaftsfotograf. Er fiel mir durch seine außergewöhnlichen und stimmungsvollen Fotos auf und hat mittlerweile mehrere eigene Bücher zur Landschafts- und Naturfotografie veröffentlicht.

 

Hier haben sich nun diese zwei Experten getroffen, um zusammen ein Buch herauszugeben. Anders als von mir zuerst gedacht, hat aber nicht der eine den Text geschrieben und der andere die Fotos beigesteuert.

 

Ein Blick in das Impressum klärt auf:

Andreas Kieling hat den Text über die Tierkapitel und einige der dort veröffentlichten Fotos beigesteuert und Kilian Schönberger hat die Kapitel über die Jahreszeiten komplett getextet und fotografiert. Entsprechend sind auch im Inhaltsverzeichnis die jeweiligen Kapitel unterschiedlich farblich gekennzeichnet (Schwarz = Kieling / Grün = Schönberger).

 

Das Buch:

 

Beide Autoren kenne ich so, dass sie auf ihre Art versuchen, die Wahrnehmung des Zuhörers oder des Betrachters vom städtischen Alltag wieder zurück auf die Natur zu lenken, diese zu schärfen und wieder sensibel für die Schönheit der Natur zu machen.

 

Was habe ich mir daher von diesem Buch versprochen?

Kein fehlerfreies Lehrbuch über Ornithologie, Fauna und Landschaft, eher sinnliche Eindrücke über die Natur meiner Heimat und Inspiration für eigene zukünftige Ausflüge und Reisen.

 

Dazu finde ich gerade die etwas hemdsärmelige Herangehensweise von Andreas Kieling stimmig. Er versteckt sich nicht hinter wissenschaftlichen Studien und Vorgehensweisen, ihm scheint es um nahbare und nach-machbare Naturerfahrung zu gehen. Wenn man ihn reden hört, bekommt man gleich Lust selbst hinaus in die Natur und den Wald zugehen, sich ebenfalls für diese Themen zu interessieren.

Kilian Schönberger ist kein Vertreter traditioneller angestaubter Landschaftsfotografie oder gar einer dokumentarischen Fotografie. Er ist ein Vertreter der neuen jungen Generation von Landschaftsfotografen, die Interesse durch Stimmungsbilder wecken wollen. Seine Bilder sind modern, aber nicht ganz so im Instagram-Style wie die Bilder der German Roamers.

 

Ich bin von diesem Buch hinsichtlich meiner Erwartung nicht enttäuscht worden:

Allein wegen der Fotos lohnt sich der Kauf dieses großformatigen Bildbandes. Es finden sich durchgängig sehr stimmungsvolle Bilder darin, sodass man als Fotograf oder auch als Naturfreund am liebsten direkt selbst dorthin reisen möchte. Dieser Band deckt dabei alle Teile von Deutschland und verschiedenste Jahreszeiten ab.

 

Ich thematisiere hier beispielsweise das Kapitel über den Winter, da Landschaftsfotografie in der kalten und kahlen Jahreszeit mit am schwierigsten ist:

Zu finden sind grandiose, eher monochrome Fotos (162, 169, 174, 180, 184) und im Gegensatz dazu solche mit überwältigender Farbstimmung (164, 167, 170, 176, 178, 186, 190). Kritiker könnten dabei leicht behaupten, dass die Bilder in der Bild-Nachbearbeitung einfach „eingefärbt“ wurden. Wer sich einmal die nicht unerhebliche Mühe gemacht hat zum Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang Landschaftsfotografie zu betreiben, kennt nicht nur die „Goldene und Blaue Stunde“, sondern auch die magischen 5 oder 10 Minuten des letzten Aufglühens der Sonne, welche die Landschaft noch einmal in eine ganz durchdringende Farbe einhüllt. Dieselbe Landschaft sieht jedes Mal anders aus; mal orange, mal rot und dann wieder purpurn.

Hier hat Schönberger große Mühen auf sich genommen, um derart unterschiedliche und abwechslungsreiche Fotos anzufertigen, bei diesen Witterungsbedingungen zur passenden Zeit vor Ort zu sein. Normale Touristen sitzen dann morgens noch beim Frühstück oder sind abends schon wieder im Hotel.

 

Genauso interessant finde ich die anderen Kapitel:

Es werden die unterschiedlichen Stimmungen und Jahreszeiten im Wald gezeigt. Für mich persönlich ist neben dem Frühjahr, in dem die Landschaft wieder ergrünt, der Herbst mit seinem kurzfristigen Farbenreichtum am reizvollsten.

Ebenfalls abwechslungsreich ist der Kontrast zwischen den einzelnen gezeigten Regionen, der Unterschied zwischen dem Bayerischen Wald und dem andersartigen norddeutschen Wald. In diesen regionalen Schwerpunkt-Kapiteln liegt ein weiterer Schwerpunkt zusätzlich auf der dort anzutreffenden Tierwelt: einzelne Arten wie Gams, Geier, Luchs, Wildkatze, Wisente und Wölfe werden exemplarisch von Andreas Kieling vorgestellt.

 

 

Der Buchtext ist eher ein untergeordneter Teil dieses Bildbandes.

Er ergänzt diesen aber sehr gut und bietet dem Leser weitere Information über die unterschiedlichen Regionen oder deren Besonderheiten.

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Andreas Kieling & Kilian Schönberger - Sehnsucht Wald - Vorderseite

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Fotobuch-Regal.de - Rezension: Andreas Kieling & Kilian Schönberger - Sehnsucht Wald - Rückseite 

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Fazit:

 

Mir hat das Buch sehr gut gefallen:

Ich finde, es ist ein inspirierender Bildband, der Lust auf eigene Entdeckungen in unserer Heimat macht, selbst auf die Pirsch nach eigenen Motiven im Wald zu gehen.

 

 

Buchdaten:

 

Format: Gebundene Ausgabe
   
ca. Maße (BxLxT): 27,5 x 29 x 2,5 cm
Seitenanzahl: 240
ca. Gewicht: 1.850 g
   
Autor(en): Andreas Kieling, Kilian Schönberger
Verlag: National Geographic
Auflage: 2
Erschienen am: 28.02.2017
   
ISBN: 9783866904774
Preis in (D): 50,00 €

 

 

Links:

 

Andreas Kieling & Kilian Schönberger - Sehnsucht Wald*

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Link: Andreas Kieling - Homepage

Link: Kilian Schönberger - Blog

 

Link: National Geographic - Verlag

 


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Cam Honan - Wanderlust

Cam Honan - Wanderlust

Unterwegs auf legendären Wegen

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Cam Honan, Robert Klanten, Anja Kouznetsova - Wanderlust

 

 

 Inhalt:

 

In diesem besonders schönen Buch trifft sich Reisen und Wandern mit Natur und Fotografie.

 

Der Autor:

 

Cam “Swami” Honan liebt Reisen und Wandern, wenn möglich kombiniert er dies.

So ist dieser Australier nicht nur ein echter „Thru-Hiker“ geworden, wie die Bezwinger der mehreren Tausende Kilometer langen Wanderwege in den USA genannt werden. Das Backpacker Magazin meinte in 2015, er sei “The most travelled hiker on earth" (Der am weitesten gereiste Wanderer der Welt).

Mit Stand des Jahres 2019 ist er über 25 Jahre und mehr als 96.000 Kilometer in 61 Ländern auf sechs Kontinenten dieser Welt unterwegs gewesen.

 

Das Buch:

 

„Dieses bemerkenswerte Buch erinnert mich unweigerlich an einen Satz von John Updike: „Die Erde besteht aus vielen Welten, die sich nur für Augenblicke überschneiden““.

 

Weit-Wanderwege findet man überall, in diesem ungewöhnlichen Band sind davon weltumspannend 32 verschiedene vorhanden. Es werden sowohl moderne Wanderwege als auch uralte Handelspfade auf allen Kontinenten und Klimazonen in Europa, Asien, Afrika, Australien, Südamerika und Nord-Amerika vorgestellt.

„Dieses Buch soll dazu inspirieren hinauszugehen, um sie zu finden.“

 

Als einziger deutscher Wanderweg ist der 112 km lange „Mahlerweg“ im Elbsandsteingebirge der Sächsischen Schweiz enthalten und mit der Vorstellung dieses Tracks startet das Buch.

Man trifft dabei auf eine surreal anmutende Traumlandschaft mit bizarren Gipfeln und Tälern, bekanntester Punkt wird wohl die Bastei-Brücke zwischen den markanten runden Gipfeln sein. Von der dortigen Aussichtsplattform hat man einen herrlichen Blick über das Elbtal, das berühmte Liliensteinplateau und die Festung Königstein.

 

Nähe ist zwar relativ, für den deutschen Leser werden wohl sicherlich zumindest die europäischen Wanderwege in Reichweite liegen. Vorgestellt werden dazu weitere traumhafte Pfade wie der „Alta Via 1“ – Höhenweg durch die Alpen nach Italien oder der „South West Coast Path“ („Auf Schmugglers Pfaden“) im Süden Englands.

Andere Wege kennt der Reise- oder Fotografie - Interessierte ganz sicher von den beliebtesten Bildern bei Instagram. Fotos der bunten Terrassenhäuser am „Fünf-Dörfer Weg“ der „Sentiero Azzurro“ am Ligurischen Meer in Italien, des ehemals lebensgefährlichen „Königsweg“‘s, des „El Caminito Del Rey“ in Spanien oder die „Trolltunga“ in Norwegen haben einen großen Wiedererkennungswert, da diese Orte visuell sehr markant sind. Genauso wie die einmalige, aber mittlerweile bekanntere Landschaft in Island, die grünen Terrassen des „Machu Picchu“ - Areals am „Salkantay Trail“ in Peru, oder die des Kilimandscharo in Afrika.

 

Wer wirklich exotische Gegenden erkunden möchte, findet im Buch auch solche wie den „Annapurna Circuit“ im Himalaya vorgestellt, den „Torres del Paine“ in Chile und andere nicht minder anstrengende und gefährliche, wie den „Kalalau Trail“ auf Hawaii.

 

 

Der Buch-Text beschreibt auf rund 250 Seiten alle Wanderwege jeweils aus der Sicht eines Wanderers mit besonderem Hintergrundwissen.

Es finden sich daher zusätzlich abgedruckte Übersichtskarten und Infokästen mit wissenswerten Angaben zu Start-/Zielpunkten, den Highlights, der Saison, des zu erwartenden Wetters, möglichen Unterkünften oder besonderen Tipps.

 

Das Buch ist großformatig und exzellent was den Druck und die Bindung angeht. Die großformatigen Fotos kommen auf dem offenporigen und dadurch matten Papier sehr gut zur Geltung, die Seiten fassen sich gut an und Finger hinterlassen nicht so schnell Abdrücke.

 

 

Der mögliche Verwendungszweck:

 

Inhaltlich ist es nicht nur eine Art praktischer Kurz-Wanderführer, noch mehr weckt es die eigene Lust auf das Wandern selbst.

Es werden traumhafte ausgebaute Wanderwege beschrieben, genauso wie entlegenere Pfade und exotische Ziele für moderne Entdecker. Für eine persönliche Planung benötigt man jedoch zusätzliche detailliertere Werke.

 

Der normale Tourist bekommt mit den atemberaubenden Aus- und Einblicken Lust auf einen Besuch in der Ferne, um diese faszinierenden und dabei ganz unterschiedlichen Landschaften selbst zu entdecken.

 

Der Hobby-Fotograf erhält hier einen tollen Bildband, der inhaltlich ganz im aktuellen luftigen und leichten Instagram-Stil gehalten ist.

Hier findet sich eine hochwertige und moderne Landschaftsfotografie, auch wenn ich persönlich nicht überall immer eine gelbe oder orange Jacke als Eyecatcher sehen müsste.

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Cam Honan - Wanderlust - Vorderseite

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Fotobuch-Regal.de - Rezension: Cam Honan - Wanderlust - Rückseite 

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Fazit:

 

Dies ist ein tolles und hochwertiges „Coffee -Table – Book“.

Der Fokus von diesem Buch liegt auf dem Reisen mit dem Wandern als Art der Fortbewegung. Quasi ist es ein „spektakulärer Routenplaner für Weitwanderer“, wie Spiegel Online schreibt.

 

Die Fotografie als Kunst ist bei diesem Buch sekundär, der Zeitbedarf für weltweite Top-Shots wäre dann auch kaum zu bewältigen.

Trotzdem ist das Bildmaterial um einiges frischer als in den üblichen Reiseführern. Die Fotos sind hochwertig ästhetisch und dabei modern, haben den aktuellen Instagram - Chic inne. Düstere Wolken und Herbstlaub spiegeln sich malerisch im Wasser.

So ist es auch als Inspiration und für die Vorbereitung der Fototouren eines Landschaftsfotografen ist es mehr als einen Blick wert. Wer dann selbst loswill, braucht sowieso einen speziellen und ausführlichen Reiseführer.

 

Der Sinn eines solchen „Coffee -Table – Book“ ist es, dass es sich prima als Geschenk eignet, um dann gegebenenfalls zum Angeben auf dem Wohnzimmertisch präsentiert werden zu können.

Aber dieser Bildband soll auch Spaß machen, er kann wiederholt selbst in die Hand genommen werden, um die ganz unterschiedlichen Touren zu entdecken und von einer eigenen Reise dorthin zu träumen.

 

 

Dies ist auch der Anspruch und der passende Leitspruch des „Gestalten“ – Verlags:

„Unsere Entstehungsgeschichte begann mit einem Fokus auf die Ästhetik, … möchte[n] … [die] Community informieren und inspirieren … in die Welt der kreativen Kultur einzutreten.“

 

Mir hat das Buch genau zu diesem Zweck sehr gut gefallen.

 

 

Buchdaten:

 

Format: Gebundene Ausgabe
   
ca. Maße (BxLxT): 25 x 31 x 3 cm
Seitenanzahl: 256
ca. Gewicht: 1.750 g
   
Autor(en): Cam Honan, Robert Klanten, Anja Kouznetsova
Verlag: Die Gestalten
Auflage: 1
Erschienen am: 18.04.2017
   
ISBN: 9783899559118
Preis in (D): 39,90 €

 

 

Links:

 

Cam Honan - Wanderlust*

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Link: Cam Honan - Homepage

Link: Die Gestalten - Verlag

 


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Haje Jan Kamps - Die Regeln der Fotografie

Haje Jan Kamps - Die Regeln der Fotografie

… und wann man sie brechen sollte

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Haje Jan Kamps - Die Regeln der Fotografie

 

 

Inhalt:

 

Dieses Buch trägt den ungewöhnlichen Titel: Haje Jan Kamps - Die Regeln der Fotografie … und wann man sie brechen sollte …*

 

Für die Bildgestaltung und viele andere Aspekte in der Fotografie gibt es „Regeln“, wie z.B. die der recht bekannten „Drittelregel“. Solche Regeln haben sich über lange Zeit schon aus den Erkenntnissen der Malereikunst entwickelt.

Die damaligen Maler haben bereits erkannt, dass ihre Werke von der Einhaltung dieser Bildgestaltungsregeln profitieren.

 

Haje Jan Kamps scheint ein internationales Multitalent und ein Problemlöser zu sein:

Er ist in den Niederlanden mit Jahrgang 1981 geboren, wuchs in Norwegen und England auf, lebt mittlerweile in den USA und arbeitet für das Venture-Capital-Unternehmen Bolt. Kamps hat auch schon sein eigenes Fotografie-Start-Up gegründet, die bekannte Hardware/Software-Lösung namens Triggertrap. Diese mittlerweile wieder eingestellte App konnte über ein Smartphone Kameras oder andere Hardware steuern und galt als ein besonders innovativer Fernauslöser für Fotokameras. Zudem hat er eine Online-Fotoschule gegründet und schon rund zehn Bücher zum Thema der Fotografie veröffentlicht.

 

Ich kenne viele Fotolehrbücher, aber kein anderes Buch, das sich so singulär, thematisch aufbauend und dann gegenüberstellend mit diesen Regeln bei der Fotografie beschäftigt.

 

Der Autor füllt diese Lücke, indem sein Buch die Regeln zunächst thematisch sinnvoll nach den fotografischen Oberbegriffen der Belichtung, Komposition an sich, Kompositionstechniken, möglichen fotografischen Konzepten, Licht und Digitalen Dunkelkammer gruppiert. Dann werden diese einzeln mittels Text und Belegbildern auf zumeist einer Doppelseite erklärt. Die darauf folgende (Doppel-) Seite thematisiert konträre Situationen, bei denen sich das Brechen dieser Regel empfiehlt.

„Die goldenen Regeln zu kennen hilft … dabei, hervorragend, statt nur durchschnittlich zu fotografieren. Um aber wirklich die nächste Stufe zu erreichen, müssen wir noch eins drauflegen: Sie müssen erkennen lernen, wann es eine gute Idee ist, die Regeln zu brechen.“

 

Die Existenz und das Überleben dieser Regeln bis heute rechtfertigen den Grundsatz, dass ein Fotograf diese Regeln kennen sollte. So stellt ein Anfänger sein Fotomotiv häufig in die Bildmitte und fast jedes Foto gewinnt durch die Anwendung der Mutter-der-Bildregeln, der Drittelregel. Für die meisten Fotos passen diese Regeln, die fotografischen Ergebnisse gewinnen an Qualität hinzu.

Andere wenige Motive hingegen wirken viel besser, wenn man die jeweilige Regel nicht anwendet. Hier in diesem Buch werden die Regeln umfassend aufgezählt, sowohl der Anwendungsfall erklärt, als auch Motive für ein Abweichen von diesen gezeigt. Die abgedruckten Bilder visualisieren dabei sofort die Vorteile beider Möglichkeiten.

 

Dieses Buch wurde 2017 im dpunkt.Verlag veröffentlicht, es handelt sich dabei aber um die deutsche Übersetzung der englischen Originalausgabe aus dem Jahr 2012.

Dies erwähne ich, da sich die Buch-Einleitung mit Ausrüstungstipps und ein paar Grundlagen der Fotografie beschäftigt. Zu meiner Verwunderung beinhalten der Text und die Bilder Kameramodelle, die, wie z.B. das Olympus E - SLR-System, seit Jahren nicht aktuell und daher auch nicht mehr auf dem Markt sind. Die Kameratechnik hat sich seitdem deutlich weiterentwickelt und somit sind auch die Angaben zu ISO und Rauschverhalten auf diesem überholten Stand stehengeblieben.

 

Die von Kamps im Folgenden genannten weiteren 78 Regeln sind aber zeitlos und aktuell, da sie die Bildgestaltung betreffen.

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Haje Jan Kamps - Die Regeln der Fotografie - Vorderseite

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Fotobuch-Regal.de - Rezension: Haje Jan Kamps - Die Regeln der Fotografie - Rückseite

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Fazit:


Das Einführungskapitel mit den ersten rund 25 Seiten ist veraltet, ich halte es insgesamt auch für entbehrlich. Ein Anfänger kann sich mit diesem Buch alleine die fotografischen Grundlagen nicht erarbeiten. Hat er aber die ersten Schritte mit einer anderen Anleitung gelernt, das System von ISO-Blende-Zeit und den anderen Grundlagen verinnerlicht, findet er hier auf den folgenden rund 160 Seiten eine lehrreiche Gegenüberstellung der fotografischen „Regeln“.

Für jeden Einsteiger in die Fotografie lohnt es sich, diese Regeln zu kennen, zu beachten und bei passender Gelegenheit, diese auch zu brechen. Das Bildmaterial verdeutlicht die Textaussagen sehr gut.

Selbst ein Fortgeschrittener profitiert hier mittels einer kompakten Wiederholung. In anderen Fotobüchern sind diese Regeln immer nur am Rande und nicht so gegenüberstellend zu finden.

 

Letztlich geht es hier nicht um ein sklavisches Anwenden oder lustvolles Brechen irgendwelcher Regeln.

 

Nur wer diese Regeln im ersten Schritt kennt, kann die Gründe für deren Anwendung verinnerlichen. Der Fotograf erkennt dann zudem diejenigen Fälle, bei denen sich eine andere Herangehensweise empfiehlt. Somit ist er in der Lage, durch eine bewusste Entscheidung seine Fotos zu gestalten und gleichzeitig den Eindruck zu vermeiden, sein Bildstil sei durch Fehler oder Unachtsamkeit entstanden.

Dies kennt man z.B. von Fotos mit einem nur leicht schiefen Landschaftshorizont; nach dem Lesen dieses Buchs wird man den sog. „Dutch Angle“, bzw. den „Dutch Tilt“, die schräge Kameraperspektive, nur noch deutlich ersichtlich einsetzen wollen.

 

Brich keine Regel, die Du nicht kennst! Und wenn, dann lass es richtig krachen, damit es nicht wie ein Versehen aussieht!

 

 

Buchdaten:

 

Format: Taschenbuch
   
ca. Maße (BxLxT): 19,5 x 26 x 1,5
Seitenanzahl: 192
ca. Gewicht: 680 g
   
Autor(en): Haje Jan Kamps
Verlag: dpunkt
Auflage: 1
Erschienen am: 30.10.2017
   
ISBN: 9783864904844
Preis in (D): 24,90 €

 

Links:

 

 Haje Jan Kamps - Die Regeln der Fotografie … und wann man sie brechen sollte …*

*

 

Link: Haje Jan Kamps - Homepage

Link: dpunkt.Verlag

 


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Stefan Forster - Chasing Light

Stefan Forster - Chasing Light

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Stefan Forster - Chasing Light

 

 

 Inhalt:

 

Die Empfehlung

 

Schon das Vorwort des Buchs Stefan Forster - Chasing Light*, von keinem Geringen als dem international anerkannten Landschaftsfotografen Art Wolfe, verspricht viel:

Dieser schreibt, dass er sich ein wenig selbst in dieser fotografischen Arbeit sieht, zu einer Zeit, als er noch ein jüngerer Fotograf war.

 

Die Locations


Die in diesem Buch abgebildeten Fotos zeigen weltweite Orte und Destinationen, eine Übersichtskarte findet sich hinten im Band. Stefan Forster stellt im Buch auch die Bilder seiner letzten 44 Reisen nach Island vor und zeigt dabei nur die besten Fotos. Die Bilder, die die Location im besten, im spektakulärsten Licht zeigen.

 

Für den einen Leser mögen diese spektakulären Bilder stark bearbeitet aussehen, der andere besucht selbst die Locations und meint, dass es dort gar nicht so aussähe.

 

Der Erfolg von Stefan Forster hat mit Ausdauer zu tun, weswegen Art Wolfe im Vorwort auch von harter Arbeit spricht. „Dazu gehört auch ein immenses Maß an Zeit. Zeit, um den Ort zu erkunden, Zeit mehrmals an den bestimmten Ort zu fahren, Zeit auf das richtige Licht zu warten“, wie Forster selbst schreibt.

Wer sich schon mal selbst mit der Landschaftsfotografie beschäftigt hat, weiß, dass solches Licht nur ganz kurz am frühen Morgen zum Sonnenaufgang oder zum Sonnenuntergang für einige Minuten herrscht und das auch nicht jeden Tag. Die meisten Fotografen haben gar nicht die Geduld so lange auszuharren oder sitzen schlicht im Hotel beim Frühstück und kennen dann diesen Anblick nicht.

 

Stefan Forster fotografiert zum Zeitpunkt des Jahres 2019 nach eigener Aussage seit 15 Jahren. In diesem Zeitraum sind von ihm ca. 550.000 Fotos aufgenommen worden, von denen nur rund 3000 veröffentlicht wurden.

 

Der Bildstil


Spannend finde ich auch, dass dieser Fotograf sich selbst verpflichtet, ohne Bildmanipulation zu arbeiten.

Das heißt, er nutzt nicht die bei anderen Landschaftsfotografen beliebte Composing-Technik, bei der in eine Landschaft einfach ein ansprechenderer Himmel hinein komponiert, schlicht mittels Bildbearbeitung kopiert, wird.
Stefan Forster arbeitet ausschließlich mittels Einzelaufnahmen in diesem Buch; kein Composing, kein Blending, kein HDR.

 

Selbstverständlich sind seine Bilder, die als unfertige RAW-Fotos aus der Kamera kommen, entsprechend in der Bildbearbeitung entwickelt. Es können z.B. die Helligkeitswerte innerhalb des Bildes angepasst sein. Eine Fotokamera ist nicht in der Lage, mit nur einem Bild den gleichen Belichtungsumfang wie das menschliche Auge abzubilden.

Nicht anderes hat man seit jeher von Beginn an in der analogen Dunkelkammer gemacht. Wer mal die Gelegenheit hat, Negative von Ansel Adams mit seinen finalen Dunkelkammerabzügen zu vergleichen, wird diese Arbeitsweise dort in Perfektion entdecken. Die Begrifflichkeiten des Abwedelns und Nachbelichtens gibt es seit der analogen Dunkelkammerzeit und entspringt dem legitimen Wunsch, auf seinen Bildern das vor Ort gesehene sichtbar zu machen.

 

Das hat jedoch nichts mit einer farblichen oder inhaltlichen Veränderung oder gar Verfälschung von Bildern zu tun. Forster hat sich verpflichtet, niemals die Farben zu verfälschen oder Mehrfachbelichtungen zu machen. Eine große Bearbeitung der Dynamik oder Sättigung im Foto wird man nicht finden.

 

Die Vorbereitungen

 

Stefan Forster versucht immer, als einer der ersten der weltweiten Landschaftsfotografen einen neuen Blickwinkel einzunehmen und fotografisch umzusetzen.

Er sagt über sich selbst in einem Interview: „Ich jage das Licht, … es ist eine Art Sucht. Nicht die Fotografie selbst, sondern das Finden dieser Landschaften in diesem speziellen Licht, wo es sich überhaupt lohnt diese Landschaft zu fotografieren. Ich sammle spezielle Lichtsituationen, … will seltene Momente und Augenblicke einfangen.“

Egal ob er dazu als erster Fotograf eine große professionelle Drohne einsetzen oder persönliche Risiken auf sich nehmen muss, um an ganz andere Standorte für veränderte Sichtwinkel und Perspektiven zu kommen. Forster ist an einzigartigen Fotos interessiert, dies erkennt man auch, wenn man ganz genau hinschaut. Öfters steht er auf einem Berggipfel rechts oder links von den bekannten Mainstream-Spots, um ein solches Bild zu bekommen.

 

Wie begibt er sich auf die Jagd nach dem Licht, um diese perfekten Momente abzupassen?

 

Stefan Forster googelt nach eigener Aussage vor einer Reise in eine ihm unbekannte Umgebung immer nach der „besten Reisezeit … , das beste Wetter“ für eine Reise. Um genau dann nicht dorthin zu reisen; er möchte nicht das beste Wetter, er möchte das interessanteste Wetter vor Ort antreffen. Dazu reist er zur Sturmsaison, wenn eine Schlechtwetterfront angekündigt ist.“

Fotos ohne Wolken sind für Stefan Forster langweilig und solche wird man von ihm nicht finden, da er diese dann nicht publiziert.

 

Am schönsten ist für ihn meteorologisch gesehen das Wetter immer vor oder nach Schlechtwetterfront.

Das nennt man ein „Rückseitenwetter“, dann ist der Himmel klar und es gibt gleichzeitig sehr spektakuläre Wolken zu beobachten.

 

 

Fotobuch-Regal.de - Rezension: Stefan Forster - Chasing Light - Vorderseite

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Fotobuch-Regal.de - Rezension: Stefan Forster - Chasing Light - Rückseite 

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Fazit:

 

In diesem großformatigen Highlight aus dem teNeues Verlag sind fantastische Bilder von fantastischen Expeditionen enthalten. Dabei sind weltweite Orte und Landschaften zu entdecken, die man als Fotograf vermutlich nie selbst erreichen oder in diesem Licht sehen wird, weil die (Wetter-) Gelegenheit dazu fehlt.


Die persönlichen Mühen dafür vom Fotografen erscheinen mir genauso spektakulär wie seine Fotos – sehr sehenswert, wie ich finde!

 

 

Buchdaten:

 

Format: Gebundene Ausgabe
   
ca. Maße (BxLxT): 26,5 x 32 x 2,5 cm
Seitenanzahl: 220
ca. Gewicht: 2.000 g
   
Autor(en): Stefan Forster
Verlag: teNeues
Auflage: 1
Erschienen am: 31.05.2017
   
ISBN: 9783832769161
Preis in (D): 39,90 €

 

Links:

 

Stefan Forster - Chasing Light*

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Link: Stefan Forster - Homepage

Link: teNeues - Verlag

 


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von Vasco R. Tintrup, Herausgeber:

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